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Ausgestiegen!! 

Ich hatte für Juli noch einen Marathon gesucht. Kurzfristig entschied ich mich für den Bärenfelslauf in der Pfalz am 14. Juli. 

Der Bärenfelslauf besteht aus einer Laufrunde von 21,6 Kilometern, die einmal (Bärenfels-Halbmarathon-Trail), zweimal (Bärenfels-Marathon-Trail = 43,2 km) oder dreimal (Bärenfels-Ultra-Trail = 64,8 km) gelaufen werden kann. Von der Strecke her handelt es sich um einen Landschaftslauf erster Güte, alles Bio, d.h. 100% Natur. Zu durchlaufen sind fast ausschließlich Feld- und Waldwege, oft sogar nur schmale Pfade. Es geht über Stock und Stein. Extreme Anstiege wechseln mit Gefällestrecken. Mal geht’s über Wurzeln, mal über Steine. Etwa 666 Höhenmeter müssen je Runde bezwungen werden; für den Marathon bedeuten dies etwa 1333 Höhenmeter und für den Ultra ca. 2000 Höhenmeter. Auch wenn im Hintergrund keine schneebedeckten Berggipfel zu sehen sind, der Bärenfelslauf ist zweifellos ein echter Berglauf. 

Start war um 8:00 Uhr. Das hieß früh aufstehen. Noch im Dunkeln fuhr ich los. Der Wetterbericht verhieß nicht Gutes, das dafür aber im Überfluss. Schon in der Nacht hatte es in Strömen geregnet. Auch während der Anfahrt wechselte Nieselregen mit Starkregen. Aber ein „richtiger Marathoni“ lässt sich ja vom Wetter nicht beeinflussen. 

Meldestelle/Startnummernausgabe und der Start befand sich mitten im Wald. Das Frühstück war kostenlos. Trotz des Wetters waren immerhin 200 Teilnehmer am gemeinsamen Start der drei Disziplinen. Petrus hatte ein Einsehen; zunächst nieselte es nur. Aber das Wetter wechselte ständig. Die Strecke erforderte sehr viel Konzentration. Trotzdem gelang mir so ca. bei Kilometer 12, auf einem eigentlich unproblematischen Streckenabschnitt, eine unbeabsichtigte und von der Haltungsnote her lediglich mittelmäßige Flugrolle, die aber meine Leistungsbereitschaft zu diesem Zeitpunkt noch nicht beeinträchtigten konnte. Neben schwarze Kappe, Hose und Regenjacke hatte ich jetzt auch noch schwarze Hände und Beine. Dazu viel mir nur der Spruch von Feldwebel Krüger (Klaus Löwitsch in Steiner, das Eiserne Kreuz ein: „Dreck macht wasserdicht!“. Alles Quatsch, was der nächste Regenschutt sehr schnell bewies. 

Die letzten Kilometer des Rundkurses wurden dann aber noch richtig unangenehm. Der Regen hatte ganze Arbeit geleistet. Aus schmalen Pfaden waren zum Teil kleine Bäche geworden, in denen je nach Gefälle mit oder gegen die Strömung gelaufen werden musste. Nachdem meine Klamotten schon vorher völlig durchnässt waren, bekam ich nun auch noch nasse Füße. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach Kilometer 20 kamen noch ein paar kurze An- und Abstiege und ein auch schmaler Bach musste noch übersprungen werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Untergrund so aufgeweicht, dass der rote Schlamm aufwärts nur noch auf allen Vieren überwunden werden konnte. 

Auf den letzten hundert Metern der ersten Runde - mittlerweile war ich auch schon gut zweieinhalb Stunden unterwegs - habe ich mich dann entschlossen, keine weitere Runde mehr zu laufen und mich statt mit dem Marathon mit dem Halbmarathon zu begnügen. Die sich durch den Regen weiter verschlechternde Laufstecke schien nicht ungefährlich, zumal auf der nächsten Runde Kraft und Konzentration deutlich abnehmen und der nasse Körper weiter auskühlen würde.

Aber irgendwann, bei ordentlichem Wetter, dann komme ich wieder in die Pfalz und dann …

 

...sehen meine Schuhe und ich nicht so aus....

Bericht: Bertold Becker

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