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Mit 4Std.19min. Letzter...

 

...werden. Das hatte ich mir bisher in meinem Marathonleben nicht vorstellen können. Aber für alles gibt es das erste Mal. Von Anfang an:

 

In totaler geographischer Unkenntnis hatte ich mir den Elstertalmarathon ausgesucht, weil es eine kleine Veranstaltung mit 50-60 Teilnehmern ist, durch die Geraer Landschaft geht und ich eben -siehe oben- dachte, es sei ja nicht so weit zu fahren. 300km am Freitag in die Richtung Deutschlands heißt 6h durch Staus quälen. Egal Hauptsache beim Lauf gehts schneller ;-)

In Gera angekommen dann ins günstige und trotzdem extrem gute sehr ruhig gelegene Hotel eingecheckt, dann eine Pizzeria suchen fürs Nudelessen. In dem abends wie ausgestorbenen Gera finden wir in der Nähe eine kleine Pizzeria, günstig, gute Speisekarte. Nach einer Stunde kommt die Vorspeise, nach einer weiteren Stunde die Pizza für meine Frau und Nudeln für mich. Naja, Hauptsache beim Lauf gehts schneller ;-)

Am anderen Morgen und ein phantastische Frühstück später fahren wir die 5 Minuten bis zum Start im Stadion der (deutsch-sowjetischen) Freundschaft im Hofwiesenpark, dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau. Wie bei solchen Vereinsveranstaltungen üblich gibt es viele sehr nette Helfer, die sich um alles und jeden rührend kümmern. Die knapp 70 Starter stehen vollkommen unaufgeregt zusammen und freuen sich über ideale 16°C und eine geänderte Streckenführung. Man läuft erst 13,6 km an der weißen Elster entlang zum Kloster Mildenfurth mit seinen sehr eigenwilligen Skulpturen, dann zurück und macht noch 5 Runden a 3km im und um den Hofwiesenpark. Hätte die Sonne geschienen, wären die letzten 15km durchgehend im Schatten gewesen.

Verpflegung top, Strecke schön, Wetter perfekt und eine kleine Gruppe von 5 Läufern mit mir mittendrin beschließt das Feld. Es geht für meine Verhältnisse etwas schnell los, aber das regelmäßige Training und die fehlende Hitze lassen uns sehr konstant 6:15/km laufen.

Zwei meiner beiden "Mitläufer" kommen aus Leipzig und Lochau, wie überhaupt fast nur Leute aus der Gegend am Start sind. Wir unterhalten uns über Marathons (wir drei hatten zusammen weit über 350 und ich war der Anfänger...), das Leben in den neuen Bundesländern und und und. Die Zeit vergeht wie im Flug und zurück im Stadion geht es auf die 5 Runden, die ich von den wahrhaft fanatischen Zuschauern angefeuert, im 6min/km Schnitt absolviere. Ich war locker, hatte viel Spaß, wunderte mich aber spätestens in der vierten Runde, warum praktisch niemand mehr auf der Strecke ist. Rechne meine Zielzeit hoch, seit Jahren nicht mehr so schnell gelaufen und trotzdem ganz hinten? Aber für alles gibt es das erste Mal...

Im Ziel gibt es eine weitere Überraschung: Waldmeisterbrause! Das letzte Mal getrunken in den späten 60er Jahren, damals noch in der DDR, doch den Geschmack nie vergessen! Dies Erlebnis und die locker gelaufene Zeit versöhnen mich dann wieder.

In der angeschlossenen supermodernen Sporthalle die fast besten Duschen aller Zeiten ehe es zurück auf die Autobahn geht. In einem Autohof Thüringer Rostbrätl mit Bratkartoffeln und Weizenbier genossen. Als ich mit etwas onduliertem Gang die steile Treppe hinauf zur Toilette gehe, lehne ich stolz lächelnd das Angebot der Bedienung ab, "ich kann Ihnen auch den Schlüssel für die Behindertentoilette hier unten geben".

Fazit: schöne Strecke, nette Leute, tolles drumherum, uriger Dialekt ;-), gerne wieder mal.

 

Bericht: Bertold

 

Am Start. Wenn ich die Sonnenbrille schon dabei habe, wird sie auch getragen!

 

Die Einsamkeit des Läufers.....

 

Wenigstens der Stadionsprecher war noch da...

 

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