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Bericht vom P-Weg Marathon in Plettenberg


Für Leichtgewichte und Bergziegen…


… ist dies der richtige Lauf. Also für einen schwergewichtigen 2m Mann genau das falsche. Trotzdem hatte ich mich dazu entschlossen, mal wieder einen Marathon mit deutlich über 1000 Höhenmetern unter die Schuhe zu nehmen.


Wetterbericht und die Fahrt nach Plettenberg ließen für das Wetter nichts Gutes erahnen. 13° und Dauerregen von Anfang bis Ende. Am Start standen dann 73 Marathonis unter Dächern und Schirmen, um wenigstens trocken zu starten! Nach dem ersten Anstieg bis ca. km 3, den man sich so vorstellen muss, als liefe man vom Leitzplatz auf den Stoppelbergturm hoch, waren Weste, Trikot und Hose komplett durchnässt. Ab km 5 dann auch die Schuhe.

 


Die mehreren 100 Höhenmeter von km 6 bis km 10 können die Nicht-Bergziegen nur gehend überwinden. Auf dem höchsten Punkt in der Wolkendecke ist der Nebel so dicht, dass selbst der Regen nicht mehr durchkommt. Nach endlosem bergablaufen geht es von km16-27 praktisch flach und wunderschön an der Lenne entlang vorbei an Kuhwiesen, alten Fabriken und Feldern im Flusstal.

Von km 27 bis 35 geht es dann wieder beständig bergauf, wieder mit vielen Gehpassagen für mich. Nachdem ich bis dahin praktisch alleine gelaufen bin, treffe ich bei km25 auf einen Läufer, der sich als wahre Bergziege herausstellt (eher ein Bergbock – verzeih mir Fritz! - sehr sympathisch und fit am Berg), der mich jede Steigung hochzieht, während ich ihn später bergab „full speed“ mitnehme. Das Gefühl, am Ende fast 5 km nur bergab zu laufen, erzeugt im Körper eine Menge an Adrenalin, die kaum zu verarbeiten ist. Ich habe den Eindruck, immer noch schneller laufen zu können und nur die sehr schmalen, engen und steilen nassen trails verhindern den endgültigen Geschwindigkeitsrausch!

Am Ende eines Laufes, den nur 20% der Starter unter vier Stunden gefinisht haben, selbst unter fünf Stunden im Ziel zu sein, gibt mir ein gutes Gefühl. Oben erwähnter Fritz, den scheinbar jeder Plettenberger kennt, und ich laufen Hand in Hand ins Ziel und sind sowas von überglücklich, wie ich es im Ziel meiner vorherigen 80 Marathons nur selten war. Siehe oben: Adrenalin Schock

Unbedingt zu erwähnen ist die unglaublich gute Organisation des Laufes. Wie auf Landschaftsmarathons üblich, gibt es praktisch keine Zuschauer, dafür sind die Verpflegungsstellen mit Cola, Wasser, Iso, Tee, Kaffee und Kuchen, Obst, Schmalz-, Käse und Wurstbroten nicht nur perfekt eingerichtet, sondern auch alle so stimmungsvoll, dass die zwischenzeitlich schon erhebliche Anstrengung vollkommen vergessen geht. Vielen Dank an alle, die stundenlang im Regen ausgeharrt haben!!!!

 


Mehr oder weniger zeitgleich finden noch weitere Läufe (unter anderem ein 74km Lauf mit 2000Höhenmetern!) über andere Streckenlängen und am Sonntag ein Mountainbike Rennen statt.
 

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