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Kälte, Regen, Wind und auch Sonne….

gab es beim 1. VivaWest Marathon am 12.05. Schon auf der Fahrt von Wetzlar nach Gelsenkirchen mit Scheibenwischern zwei Stunden im Dauerbetrieb kamen mir erste Zweifel, ob der Gedanke, ohne Regenjacke loszufahren, wirklich richtig war. Der Weg vom Parkplatz an der Veltins Arena zum Straßenbahn-Shuttle brachte den nächsten  Regenguss bei kaltem Wind. 

Im Startbereich in Gelsenkirchens Innenstadt („Hier schlägt das Herz vom Pott!“) war alles dicht beieinander – Marathonmesse, Startnummernausgabe, Umkleiden. Kurz vor dem Start schaute ich neidisch auf das warme Sweatshirt und die Handschuhe eines Laufkollegen neben mir…  Auf einen Startschuss wurde bewusst verzichtet, stattdessen gab es eine Gedenkminute an die Opfer von Boston und jeder der über 1000 Läufer ließ einen weißen Luftballon aufsteigen. Eine sehr schöne und anrührende Geste.

Die Strecke ging durch Gelsenkirchen auf der „Route der Industriekultur“ nach Essen. Dort durch das Weltkulturerbe Zeche Zollverein, wo man geradezu den Hauch des „schwarzen Goldes“ (Koks und Kohle ) in der riesigen Anlage noch zu spüren meint.  Weiter durch Zechensiedlungen, in denen die Zeit seit den 60er Jahren scheinbar stillgestanden hat. Erinnerungen an meine Kinderzeit im nördlichen Ruhrgebiet werden wach! Leider werden auch Erinnerungen an kalte und nasse Marathons wach, da es wieder regnet und der Wind auffrischt. Bei Kilometer zwölf geht es trocken und warm durch die Essener Rathausgalerie, ein großes Einkaufszentrum – vergleichbar dem Wetzlarer Forum.

In den Essener Norden, vorbei am neuen ThyssenKrupp-Gelände dann weiter nach Bottrop über den Rhein-Herne-Kanal, auf einer vierspurigen Schnellstraße (!!) Dort entlang der Kokerei Prosper (Willkommen am Pütt) und durch Welheim-Gartenstadt, als Teil von „Innovation City". Die Kokerei ist in vollem Betrieb mit grauschwarzen Rauchschwaden und verbreitet den permanenten Geruch meiner Kindheit. Herrlich! In Gladbeck ist der nördlichste Punkt der Strecke erreicht. Von dort geht es in südlicher Richtung in den Nordsternpark, eine weitere stillgelegte Zeche – von wegen der Pütt lebt! Vorbei am Hauptsitz von Vivawest, bevor die Marathonläufer auf den letzten drei Kilometern über die Hans-Böckler-Allee und erneut mitten durchs Gelsenkirchener Wohngebiet der Ziellinie entgegenlaufen. Im Ziel dann erst Bier und anschließend die Medaillen Ausgabe. Ruhrpott halt! ;-) Die Duschen auch für 4:36 Läufer noch sauber und heiß!

Das Wetter hätte wirklich besser sein können, weil dann die überschaubare Anzahl Zuschauer morgens nicht nur vor den Trinkhallen und Kiosken bei heißem Kaffee und Flaschenbier gestanden hätte, sondern es mehr Anfeuerung gegeben hätte. Da die Strecke sehr abwechslungsreich durch Städte und renaturierte Landschaften geht, wird es jedoch nie langweilig. Wer Spaß am Laufen und Industriekultur hat, ist beim VivaWest Marathon gut aufgehoben!



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